Wenn Wissenschaft unter Beschuss gerät — Schulkinowochen machen Geschichte erlebbar

02.04.2026 – Die Niedersächsischen Schulkinowochen bringen rund 150 Schüler*innen der BBS am Museumsdorf mit dem Dokumentarfilm „Blame“ zum Nachdenken über Pandemien, Fake News und die Verantwortung der Gesellschaft.

Auch in diesem Jahr haben die Niedersächsischen Schulkinowochen wieder Einzug an der BBS am Museumsdorf gehalten. Die zwölften Klassen des Beruflichen Gymnasiums sowie die Fachschule Agrarwirtschaft (FSA 2-1) machten sich gemeinsam auf den Weg ins CineCenter Cloppenburg — und sahen dort etwas, das noch lange nachwirkte.

Vier Fachlehrkräfte aus den Fächern Biologie und Chemie – Juliana Scheper, Anna Kutzner, Roland Wolken, Dr. Jeannette Boguhn – organisierten den Ausflug, der längst mehr ist als ein Ausflug: Er ist fester Bestandteil des Schuljahreskalenders und fügt sich nahtlos in das übergreifende Kerncurriculum beider Fächer ein, in dem umweltpolitische Bildung einen zentralen Platz einnimmt.

Teil des Nachhaltigkeitskonzepts

Der Kinobesuch ist keine einmalige Aktion — er ist bewusst als jährliches Angebot in das Nachhaltigkeitskonzept der BBS am Museumsdorf eingebettet und bildet einen festen Beitrag zur schulinternen Woche der Nachhaltigkeit. Globale Krisen wie Pandemien, der gesellschaftliche Umgang mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und die Rolle politischer Verantwortung sind Kernthemen einer zukunftsfähigen Bildung — und genau hier setzt dieses Format an.

„Blame“ — Schuld, Wissenschaft und eine unfertige Weltgemeinschaft

Blame ist eine dokumentarische Aufarbeitung des Ursprungs des SARS-CoV-2-Virus und der geopolitischen Auseinandersetzung darüber, wer die Schuld an der Pandemie trägt. Der Film beleuchtet, wie Wissenschaftler*innen, Regierungen und Medien aufeinandertreffen — und wie aus Fakten politisches Kapital geschlagen wird.

Gerade für die Schüler*innen, die die Corona-Pandemie als Teenager erlebt haben, bietet der Film eine seltene Möglichkeit zur Reflexion: Was haben wir damals gefühlt? Was wussten wir wirklich — und was glaubten wir nur zu wissen?

Vor- und Nachbereitung: Der Unterricht macht den Unterschied

Der Kinobesuch steht nicht für sich allein. Die Veranstalter der Schulkinowochen stellen fertig ausgearbeitetes Unterrichtsmaterial zur Verfügung, das Lehrkräften eine fundierte Vor- und Nachbereitung ermöglicht. Im Unterricht wurden u.a. behandelt: der zeitliche Verlauf der Pandemie und die eigene emotionale Erinnerung daran, naturwissenschaftliche Erkenntnisse zum Ursprung des Virus, die Rolle sozialer Medien bei Meinungsbildung und Schuldzuweisungen sowie Mechanismen von Fake News und deren politische Instrumentalisierung.

Das Fazit der begleitenden Lehrkräfte fällt klar aus: Den Schüler*innen ist deutlich geworden, wie wichtig — und wie schwierig — es ist, wissenschaftliche Fakten von öffentlicher Meinungsbildung zu trennen.

„Das ist krass, dass Wissenschaftler und ihre Familien Morddrohungen erhalten, bloß weil sie Fakten veröffentlichen und die Wahrheit sagen.“, berichteten Schülernach dem Kinobesuch.

Ein Appell an die Zukunft

Der Film lässt keinen Zweifel: Zukünftige Pandemien sind nicht ausgeschlossen. Und doch zeigt der weltweite Rückblick auf Corona, dass das Vertrauen in die Wissenschaft erschreckend gering geblieben ist — und dass die Erkenntnis, globale Krisen nur gemeinsam lösen zu können, noch immer nicht wirklich angekommen ist.

Für die BBS am Museumsdorf ist genau das der Grund, dieses Format weiterzuführen: Schüler*innen sollen lernen, kritisch zu denken, Informationen einzuordnen und Verantwortung zu übernehmen — für sich selbst, für ihre Gemeinschaft und für den Planeten.

Berufsbildende Schulen am Museumsdorf Cloppenburg
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