Vom Vier-Sterne-Hotel bis zur Systemgastronomie: Berufsfachschule Gastronomie blickt hinter die Kulissen

09.07.2026 – Zwei Betriebserkundungen, zwei völlig unterschiedliche Welten – und doch eine gemeinsame Erkenntnis: Gastronomie ist vielfältiger, als viele denken. Die Schüler*innen der einjährigen Berufsfachschule Gastronomie tauschten im Juni für zwei Tage die Großküche gegen echte Betriebspraxis.

Ein Tag im Vier-Sterne-S-Hotel Heidegrund

Mitte Juni stand für die Schüler*innen der BFGA 1-1 einmal kein Unterricht in der Großküche und im Schulrestaurant auf dem Programm. Gemeinsam mit ihren Lehrern Heiko Wichmann und Matthias Grummel ging es zur Betriebserkundung in das Vier-Sterne-S-Hotel Heidegrund an der Thülsfelder Talsperre. Ziel solcher Exkursionen ist es, die vielfältigen Berufsmöglichkeiten der Gastronomie und Hotellerie direkt in der Praxis kennenzulernen – denn Unterricht ist wichtig, doch echte Betriebe zeigen oft noch einmal deutlicher, wie spannend und abwechslungsreich die Branche sein kann.

Nach einer Einführung durch Restaurantleiter Holger Urban erhielten die Schüler*innen interessante Einblicke in die Entwicklung des Hotels, die Ausbildungsberufe, Karrierewege und die Organisation eines modernen Hotelbetriebes. Beim anschließenden Rundgang ging es durch die stilvoll eingerichteten Hotelzimmer, die mit natürlichen Materialien und viel Holz eine besondere Atmosphäre schaffen, sowie durch Tagungsräume, Veranstaltungsbereiche und die große Veranstaltungsscheune, in der regelmäßig Hochzeiten und Feiern mit bis zu 200 Gästen stattfinden. Auch Wellnessbereiche, Außenanlagen, Restaurantbereiche und die moderne Hotelküche standen auf dem Programm. Besonders spannend war dabei der Blick hinter die Kulissen – auf Abläufe, die Gäste normalerweise nicht zu sehen bekommen.

Für die Schüler*innen, die sich später eine Ausbildung als Koch oder Köchin, in der Hotellerie, im Veranstaltungsservice oder in der Systemgastronomie vorstellen können, bot der Besuch wertvolle Einblicke in mögliche berufliche Perspektiven. Einen besonders schönen Abschluss bildete der gemeinsame Imbiss, finanziert aus Trinkgeldern, die die Klasse zuvor bei einer Benefizveranstaltung im Catering-Service selbst erwirtschaftet hatte – die Currywurst mit Dippers war also wortwörtlich selbst verdient.

Systemgastronomie bei McDonald’s

Ein paar Tage später folgte der zweite Teil der Betriebserkundungen – und der Kontrast hätte auf den ersten Blick kaum größer sein können. Nach einem gemeinsamen gesunden Frühstück an der BBS ging es zu Fuß zum McDonald’s-Restaurant, wo Ausbildungsleiter Frank Schubert die Klasse begrüßte. Er machte schnell deutlich: Systemgastronomie ist deutlich mehr als Burger und Pommes. Themen wie Warenwirtschaft, Organisation, Digitalisierung, Qualitätssicherung, Nachhaltigkeit, Mitarbeiterführung und Karrierechancen standen ebenso im Mittelpunkt wie die praktischen Abläufe im Restaurant.

Beim Rundgang lernten die Schüler*innen unter anderem die Bestellterminals, die digitale Bestellabwicklung, den Getränkebereich, die Küche und die verschiedenen Arbeitsabläufe kennen. Besonders spannend: Einige durften selbst Burger zubereiten und so den kompletten Weg vom Grill bis zum fertigen Produkt erleben. Zum Abschluss gab es auch hier einen kleinen Imbiss.

Gemeinsamkeiten trotz Gegensätzen

Eine schöne Tradition bei den Betriebserkundungen der BBS am Museumsdorf: Als Dankeschön überreichten die Klassensprecher*innen jeweils ein kleines Blumenpräsent an die Gastgeber. Beide Führungen waren hervorragend vorbereitet und gaben den Schüler*innen einen authentischen Einblick in zwei ganz unterschiedliche Bereiche der Gastronomie!

Auf den ersten Blick könnten ein Vier-Sterne-S-Hotel und ein internationaler Systemgastronom unterschiedlicher kaum sein. Tatsächlich verbindet beide aber das Wichtigste: freundlicher Service, Teamarbeit, Qualität und die Begeisterung, Gästen jeden Tag ein positives Erlebnis zu bieten.