13.03.2026 – Schüler*innen der BBS am Museumsdorf setzen sich mit Stolpersteinen, Rassismus und rechter Gewalt auseinander – für ein reflektiertes Geschichtsbewusstsein und eine demokratische Zukunft.
Unter dem Motto „Vergangenheit begreifen – Zukunft gestalten“ hat die BBS am Museumsdorf erneut ein zweitägiges Projekt zur Demokratiebildung und historischen Sensibilisierung durchgeführt. Ziel war es, die insgesamt 165 Schüler*innen der Berufsfachschule Dual für die Gefahren von Rassismus, Rechtsextremismus und politischer Verfolgung zu sensibilisieren und ein reflektiertes Geschichtsbewusstsein zu fördern.
Projektidee und Zielsetzung
Das Projekt vermittelte den Jugendlichen die Bedeutung von Widerstand, Zusammenhalt und gesellschaftlicher Vielfalt. Durch die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit sollen sie Verantwortung für eine demokratische und menschenwürdige Zukunft übernehmen. Wie Schulsozialarbeiter Theo Henke betonte: „Wer sich mit der Vergangenheit auseinandersetzt, erkennt, wie wertvoll Vielfalt und Zusammenhalt für unsere Gesellschaft sind. Wir müssen uns stark für jene machen, die nicht gesehen und gehört werden und eine Zukunft gestalten, in der jeder Mensch einen Platz zwischen uns hat.“ So sollten die Jugendlichen die gesellschaftliche und kulturelle Vielfalt wertschätzend betrachten lernen, ihre eigene Haltung reflektieren und rechte Tendenzen innerhalb der Gesellschaft erkennen können.
Inhalte und Methoden
Das Projekt wurde von Theo Henke, unterstützt von Silvia Carecci, organisiert und von den Lehrkräften der acht beteiligten Klassen begleitet. In handlungsorientierten und kooperativen Lernformen setzten sich die Jugendlichen mit der Vergangenheit und Gegenwart auseinander. Am ersten Tag erfuhren sie, was Stolpersteine sind und wie sie zur Erinnerungskultur im öffentlichen Raum beitragen. Dazu besuchten sie die Stolpersteine in Cloppenburg. Anschließend beschäftigten sie sich mit rechter Gewalt früher und heute. Am nächsten Tag lag der Fokus auf Rassismus: Welche Mechanismen gibt es, welche Auswirkungen hat er und welche Gegenstrategien kann man anwenden? Ergänzt wurde das Programm durch das Theaterstück „ÜBERdasLEBEN oder meine Geburtstage mit dem Führer“ von theaterspiel.ev, das auf realen Schicksalen aus der NS-Zeit, geschrieben von Beate Albrecht, basiert. Es behandelte die Schicksale politisch Verfolgter im Nationalsozialismus sowie Aspekte des Widerstands. Die professionelle Aufführung sowie die anschließende Fragerunde bot den Jugendlichen einen emotionalen Zugang zur Geschichte und regte zur kritischen Reflexion an.
Engagement und Unterstützung
Die Durchführung des Projekts wurde durch den Förderverein der BBS am Museumsdorf sowie durch die Kleebaumstiftung ermöglicht. Letztere förderte das Projekt mit 2.900 €. Tobias Boklage und Carolin Tegeler von der Kleebaumstiftung verfolgten das Theaterstück vor Ort und unterstrichen die gesellschaftliche Relevanz solcher Projekte. Tobias Boklage erklärte: „Schülerinnen und Schüler für die historischen und aktuellen Gefahren von Rassismus, Rechtsextremismus und politischer Verfolgung zu sensibilisieren ist ein wertvoller und notwendiger Beitrag für unsere Gesellschaft.“
Wirkung und Resonanz
Die Schüler*innen entwickelten ein geschärftes Auge für Stolpersteine und ein Bewusstsein für gesellschaftliche Verantwortung. Besonders das Theaterstück hinterließ einen emotionalen Eindruck, der die Auseinandersetzung mit den Themen Rassismus, rechte Gewalt und historische Verantwortung vertiefte. Nach der erfolgreichen Premiere des Projekts vor zwei Jahren und der erneut sehr positiven Resonanz unterstreicht das Projekt die dringende Notwendigkeit, gerade in der aktuellen politischen Lage in Deutschland, die Erinnerungskultur und Demokratiebildung kontinuierlich zu stärken.






