29.05.2026 – Eine 11. Klasse des Beruflichen Gymnasiums Wirtschaft nahm vor kurzem an einem interaktiven Workshop zum Thema „Manipulation und Social Media – Wie erkenne ich populistischen Parolen und was tue ich dagegen?“ teil. Angeboten wurde der Workshop über die Konrad-Adenauer-Stiftung, mit der die BBS am Museumsdorf schon mehrere Male erfolgreich zusammengearbeitet hat.
Im 6-stündigen Workshop, der von dem Referenten Dr. Thomas Thielen durchgeführt wurde, ging es darum, was Populismus überhaupt ist und wie er zu erkennen ist. Zudem wurden Gegenstrategien erarbeitet und aufgezeigt, wie dem Populismus gekonnt und gut gerüstet die Stirn geboten werden kann.
Alles beginnt mit einem Grundrecht: Die Würde des Menschen
Zu Beginn des Workshops thematisierte der Referent Artikel 1 unseres Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Die Würde impliziert das Vermögen des Menschen, dass dieser selbstständig denken kann. Dieses wird durch den Staat garantiert, so ist es in der Ewigkeitsklausel in unserer Verfassung verankert. Somit ist der Staat nicht in der Position, das selbstständige Denken der Menschen abzuschaffen. Dieses Hintergrundwissen ist bedeutsam, um den Populismus zu verstehen.
Populismus hautnah erleben — ein Selbstversuch im Klassenzimmer
Nach dem theoretischen Input wurden Beispiele aus dem Lebensbereich der Schüler*innen durchgespielt, um manipulative Strategien zu entlarven. Am Beispiel „Dart ist (k)eine Sportart“ zog der Dr. Thielen bewusst Aussagen der Schüler*innen ins Lächerliche, brachte das Publikum (auch durch Handbewegungen und Gesichtsausdrücke) zum Schmunzeln oder zerlegte das Thema sprachlich geschickt in verschiedene unabhängige Unterthemen oder zog induktive bzw. deduktive Schlüsse, um die Schülerantworten zu beeinflussen, um sie letztendlich zu verwirren und zu verunsichern. So blockierte er an verschiedenen Stellen die Argumentationsstränge der Schüler*innen und unterband deren eigenes Denken.
High Talk, Low Talk, Body Talk: Die drei Ebenen der Manipulation
In der Analyse des Beispiels wurde herausgearbeitet, dass im Populismus auf verschiedenen Ebenen agiert wird, die in wechselseitiger Beziehung manipulativ wirken. So gibt es die sachliche (professionelle) Kommunikation („High Talk“), die Kommunikation auf der persönlichen Ebene („Low Talk“) oder auch die (auf- oder abwertende) Körpersprache („Body Talk“). Ziel war es, dass die Schüler*innen dies am Beispiel deutlich erkannten und reflektierten.
Gegenstrategien: So hält man Populismus die Stirn
Daneben wurden weitere Handlungsstrategien abgeleitet, um dem Populismus wirkungsvoll zu entgegnen. So wurde z.B. die direkte Ansprache erwähnt, der gezielte Blickkontakt, die Variation in der Lautstärke der Sprache. Dem Gegenüber gezielte Rückfragen zu stellen, erwies sich ebenfalls als gute Handlungsstrategie.
Fazit: So wichtig ist Denken!
Als Abschluss des Workshops zogen alle Beteiligten ein gemeinsames Fazit: Kritisches Denken ist keine angeborene Fähigkeit — es ist eine, die man üben und stärken kann. Die Schüler*innen nehmen aus diesem Tag konkrete Werkzeuge mit, die ihnen helfen, politische Einflüsse zu erkennen, einzuordnen und ihnen in Diskussionen selbstbewusst zu begegnen.
Das Feedback fiel eindeutig aus: Sowohl die Klassen als auch die begleitenden Lehrkräfte Nicole Bruns und Ansgar Geers erlebten den Workshop als aufschlussreich und gewinnbringend. Und die Schüler*innen selbst brachten es auf den Punkt — sie würden ihn jederzeit weiterempfehlen.






