Gründergeist an der BBS — wenn aus Schüler*innen Unternehmer*innen werden

11.06.2026 – Unternehmerisches Denken lässt sich lernen – wenn man den richtigen Rahmen schafft. Die BBS am Museumsdorf hat diesen Rahmen geschaffen und erntet bereits erste Früchte.

Schule bereitet auf das Leben vor – das klingt selbstverständlich, ist aber in der Praxis eine echte Herausforderung. Denn die Arbeitswelt von heute verlangt mehr als Fachwissen: Eigeninitiative, Kreativität und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, gehören zunehmend zu den Schlüsselkompetenzen. Die BBS am Museumsdorf hat diesen Wandel erkannt und handelt.

Mit dem Konzept des EntrepreneurSpace ist an unserer Schule ein “Freiraum” entstanden, in dem Schüler*innen spielerisch und praxisnah erproben können, was es bedeutet, eine Idee zu entwickeln, sie auf Machbarkeit zu prüfen und schließlich umzusetzen. Der Ansatz: Lernen durch Tun – mit echten Ideen, echten Entscheidungen und echten Konsequenzen.

Viele Ideen, ein gemeinsamer Gedanke

Was im EntrepreneurSpace entwickelt wird, ist vielfältig. In der Schule entstanden bereits Ideen für ganz unterschiedliche Bereiche – von digitalen Angeboten wie E-Shops und virtuellen Museumstouren über Dienstleistungskonzepte im Gesundheits- und Pflegebereich bis hin zu Ideen rund um Landwirtschaft und regionale Versorgung.

Was all diese Projekte verbindet: Sie entstehen nicht im luftleeren Raum, sondern aus dem Interesse der Schüler*innen — und sie fordern dabei Kompetenzen ein, die kein Lehrbuch allein vermitteln kann: Teamarbeit, Durchhaltevermögen und die Fähigkeit, mit Rückschlägen umzugehen.

Entrepreneurship – eine Grundeinstellung

Schulleiter Günter Lübke erklärt: „Wir wollen den Gründergedanken nach vorne stellen und entsprechende Kenntnisse vermitteln.“ Stellvertretender Schulleiter Folker Arndt ergänzt: „Wir liefern Anknüpfungspunkte, um mit bodenständigen Themen den Schritt in die Selbstständigkeit zu machen.“ Letztlich geht es aber nicht darum, diesen Schritt wirklich in die Realität umsetzen zu müssen – was im Fokus steht, ist den Unternehmergeist, wie der Duden „Entrepreneurship“ definiert, zu entwickeln.

Zweite Runde bei „Jugend gründet“

Dass dieses Konzept aufgeht, hat ein sechsköpfiges Team unserer Schule eindrucksvoll bewiesen. Mit ihrem Konzept eines virtuellen Escape-Rooms haben sich Franca, Jannes, Antonia, Ansgar, Tobias und Henri beim bundesweiten Wettbewerb „Jugend gründet“ beworben — und setzten sich gegen mehrere tausend Teilnehmer*innen durch. Die Gruppe aus der 12. Klasse des Beruflichen Gymnasiums schaffte es in die zweite Runde des Wettbewerbs.

Die Idee hinter dem virtuellen EscapeRoom, der auch mit VR-Brillen begehbar sei, ist an klassischen EscapeRooms angelehnt: Mit Teamarbeit, mit Wissen und Knobeleien müssen sich die Spielenden ihren Weg aus einem virtuellen Raum oder Haus suchen. Der EscapeRoom könnte für unterschiedliche Fächer und Unterrichtsinhalte angepasst werden, sodass man ihn nutzen kann, um eine spielerische Art der Wissensvermittlung oder -abfrage für Lernende zur Verfügung zu stellen.

Der Weg dorthin war lehrreich in jeder Hinsicht: Businessplan schreiben, Feedback annehmen, die eigene Idee immer wieder hinterfragen und weiterentwickeln. Genau das ist Unternehmertum — und genau das ist es, was die Schüler*innen hier erleben dürfen.

Eingebettet in ein größeres Netzwerk

Die Gründungsaktivitäten der BBS am Museumsdorf sind Teil eines wachsenden Verbunds vergleichbarer Initiativen — darunter die Zusammenarbeit mit der Universität Vechta und weiteren regionalen Gründer*innen-Netzwerken. Berufliche Bildung und Wissenschaft wachsen hier zusammen.

Für die BBS am Museumsdorf ist dies erst der Anfang. Gründergeist lässt sich fördern — und wir werden das weiter tun.

Bild 1: Jannes, Tobias, Franca, Antonia, Henri und Ansgar aus der BGW 2-2 präsentieren ihre „EscapeXpeRience“. [Fotografin: Stina Köster]

Bild 2: Die Projektgruppe veranschaulicht den Prozess ihres Escape Rooms. [Fotograf: Heiner Stix]

Bild 3: Schulleiter Günter Lübke und Stellvertretender Schulleiter Folker Arndt im Austausch mit den Gymnasiast*innen. [Fotograf: Heiner Stix]