20.04.2026 – Die Ergebnisse der letzten Bundestagswahl zeigen einen Rechtsruck Deutschlands. In den Medien taucht häufiger der Begriff der „Neuen Rechten“ auf. Um die Aktualität und die Relevanz des Themas aufzuzeigen, lud das Politikteam den Politikwissenschaftler Franz Konietzky nach Cloppenburg ein. Der Referent erforscht an einer Hochschule in NRW die aktuellen Modernisierungserscheinungen der extremen Rechten in Deutschland.
Betitelt mit dem Aufmacher „Geistiger Bürgerkrieg“ startete Herr Konietzky seinen Vortrag, an dem ca. 120 Schüler*innen aus verschiedenen Schulformen teilnahmen.
Den Begriff und die Strukturen des „modernen Rechtsextremismus“ erläuterte der Politikwissenschaftler eingangs anschaulich anhand ausgewählter Bilder, um so ein Verständnis für die Aktualität und die Diskursverschiebung zur „Neue Rechten“ herzustellen.
Danach ging der Referent auf das veränderte Mediennutzungsverhalten von Jugendlichen/jungen Erwachsenen ein. Er stellte klar, dass auch politische Bildung zunehmend über die sozialen Plattformen stattfindet. Ziel der „Neuen Rechten“ ist, über verschiedene Strategien in den sozialen Medien in die Köpfe der Leute bzw. der breiten Gesellschaft zu kommen. Das Problem ist, dass dies weitestgehend unbewusst geschieht und somit auf den ersten Blick nicht erkennbar ist.
Die verschiedenen Manipulationsstrategien stellten den Hintergrund für den Titel der Veranstaltung dar: Geistiger Bürgerkrieg. So thematisiert Herr Konietzky die Bedeutung von Influencern, von Schmierkampagnen und von Hate Speech. Fake News bietet ebenfalls einen Ansatzpunkt, um beeinflussend zu wirken. In Ergänzung nannte der Referent die Nutzung von KI, die manipulierend wirken kann und auch emotional bewegend sein kann. Zudem nutzen die „Neuen Rechte“ den Gaming-Bereich, um die Ideologie entsprechend zu verbreiten. Der Referent sprach von einem gut ausgebauten Netzwerk verschiedener Strategien.
Wenn es Strategien zur Manipulation gibt, so muss es Strategien geben, um diese zu erkennen und dem entgegenzuwirken. Hier appellierte der Referent direkt an die Schüler*innen: Sie sollen Inhalte kritisch überprüfen und immer wieder bewusst reflektieren. Sie sollen nicht (passiv) reagieren, sondern (aktiv) agieren. Zudem hilft das Wissen über verschiedene Ideologien bzw. Weltanschauungen. Besonders betonte der Politikwissenschaftler in diesem Zusammenhang auch die Medien- und Demokratiebildung, die durch verschiedene Medien und durch schulische oder außerschulische Bildungsarbeit geleistet werden kann.
Die Kolleg*innen und Kollegen des Teams Politik (Theres Tobergte, Frank Breyer, Florian Messer und Nicole Bruns), die diese Veranstaltung organisiert und begleitet haben, freuten sich über den informierenden Vortrag und hoffen nun auf einen kritischen und reflektierenden Umgang der Teilnehmenden mit den sozialen Medien.
Bild (v.l.n.r.): Schulleiter Günter Lübke, Koordinatorin Tatjana Flatken, Politik-Teamleiterin Nicole Bruns, Politik-Lehrerin Theres Tobergte, Politik-Lehrer Frank Freyer






