Stand im Jahr 2009

Erstellung eines Berufswahlordners
In Kooperation haben die Sozialpädagogin der Region des Lernens im Südkreis und die Sozialpädagogin im Hauptschulprofilierungsprojekt an der Marienschule im Schuljahr 2008/2009 einen Berufswahlordner für HauptschülerInnen ab Klasse 7 erstellt, dessen Ziel darin besteht, eine einheitlich aufgebaute und systematisch gestaltete Dokumentation mit aussagekräftigen Anlagen für Bewerbungen in den Unternehmen und den Berufsbildenden Schulen zu schaffen. So bekommen alle Personen, die die Schüler bei der Berufswahlorientierung in irgendeiner Form beraten und unterstützen, einen genauen Überblick über alle Maßnahmen, die dieser Schüler bereits mitgemacht hat und einen fundierten Überblick über seine Interessen, Stärken und Fähigkeiten. Darüber hinaus soll dieser Ordner in den Vollzeitschulformen der berufsbildenden Schulen fortgeführt werden, wenn der Schüler diese nach der Hauptschule besucht.

Die Inhalte orientieren sich sehr stark an den örtlichen Gegebenheiten. In zwei Hauptschulen ist dieser Ordner schon zu Beginn dieses Schuljahres eingeführt worden.
Der Berufwahlordner wurde im Oktober 2009 den Schulleitern und den AWT-Lehrern sowie den Sozialpädagogen im Hauptschulprofilierungsprogramm der allgemein bildenden Schulen und den Berufsberatern des Landkreises vorgestellt.

Die beiden RdL-Mitarbeiterinnen Elschen und Ostermann-Albers werden diesen Ordner zudem in den AWT-Konferenzen in den allgemein bildenden Schulen auf Anfrage vorstellen und an einer angepassten Umsetzung der jeweiligen Schulen mitarbeiten. Ziel ist es, dass dieser Ordner flächendeckend an allen Förder-, Haupt- und Realschulen im Landkreis Cloppenburg eingesetzt wird.

Einrichtung einer internetgestützten Praktikumsbibliothek
In Zusammenarbeit mit Betrieben wird eine Datenbank mit allen Informationen, die potentielle Praktikanten und Auszubildende interessieren, erstellt. Das Ziel dieser Bibliothek besteht darin, Jugendliche sicherer in ihren Anfragen und ihren Vorstellungsgesprächen zu machen. Sie dient außerdem dazu, SchülerInnen bei der Praktikumssuche Hilfestellungen an die Hand zu geben. Bislang wurden im Rahmen der eigentlichen Entwicklungsarbeit im Einzugsbereich der BBS Friesoythe die metallverarbeitenden Unternehmen angesprochen und aufgeführt. Mit den dabei gemachten Erfahrungen sollen jetzt nach und nach auch die anderen Branchen für die Mitarbeit gewonnen werden. Es gestaltete sich gerade zu Beginn schwierig, unter welchen rechtlichen Vorgaben die Betriebe auf der Internetseite erscheinen können.

Bislang sind diese Ergebnisse nur auf der Internetseite der BBS Friesoythe zu finden, zurzeit erstellen SchülerInnen dieser BBS einen Internetauftritt der Region des Lernens für den gesamten Landkreis Cloppenburg, bei dem diese Praktikumsbibliothek ein Bestandteil sein wird (geplante Internetadresse: www.region-des-lernens-landkreis-cloppenburg.de).

Verfahren zur Kompetenzfeststellung
Durch die Leitstelle werden in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium und dem Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) als durchführende Organisation jährlich fünf ABV-Module (Aktive Berufswahlvorbereitung) an Hauptschulen durchgeführt. Die Anzahl der zur Verfügung stehenden Module wird vom Kultusministerium festgelegt und richtet sich nach der Anzahl der Hauptschulen in der jeweiligen Leitstellenregion. Entsprechend den vorgegebenen Kriterien hat die Leitstelle Region des Lernens in Kooperation mit dem Fachberater Berufsorientierung bei der Landesschulbehörde für den Landkreis Cloppenburg Herrn Thobe die Vergabe und Umsetzung der Module zu organisieren. In den vergangenen zwei Jahren wurden diese Module jeweils in den Schulen in Lindern, Emstek, Garrel, Molbergen und Barßel durchgeführt. Die von den Schulen ausgewählten Jugendlichen der Klassen 8 bzw. 9 der Hauptschule, wo besondere Defizite in der Berufsorientierung beobachtet wurden, hatten dabei jeweils die Möglichkeit, durch standardisierte Kompetenzfeststellungsverfahren intensiv über einen Zeitraum von 5 Tagen ihre Stärken zu erforschen und eine realistische Berufsvorstellung zu entwickeln. An diesen Modulen können wegen der entsprechenden Vorgaben nur max. 16 SchülerInnen je Schule teilnehmen, so dass bislang 180 SchülerInnen dieses Verfahren durchlaufen haben.

Zum Abschluss findet ein Gespräch mit den SchülerInnen gemeinsam mit ihren Eltern und, sofern gewünscht, Klassenlehrer und Berufsberater statt, in dem die Ergebnisse besprochen werden und über Ausbildungsmöglichkeiten informiert wurde

Zusammenarbeit mit dem Löninger Netzwerk
Die Leitstelle hat im Südkreis im Rahmen ihrer Vorstellungen von Netzwerkarbeit mit Vertretern des „Löninger Netzwerkes“ verschiedene Aktionen geplant. Dabei handelt es sich um ein Netzwerk von verschiedenen Kammern, von Betrieben vor Ort, von allgemein- und berufsbildenden Schulen, vom Caritas-Sozialwerk, die sich regelmäßig treffen, um über Maßnahmen zu diskutieren, die an den allgemeinbildenden Schulen der örtlichen Region ansetzen und das Ziel haben, Jugendlichen konkrete Hilfestellungen und Maßnahmen im Übergang von der Schule in das Berufsleben anzubieten (z.B. zusätzliche Praktika in Ausbildungsbereichen).

Bereits umgesetzt wurde in Kooperation mit den Firmen und dem IHK-Mentor aus Löningen, Alfons Beumker, ein Angebot von Schnuppertagen in den Herbstferien. In 13 Firmen in Löningen, Lindern und Essen hatten SchülerInnen der Abschlussklassen der jeweiligen Schulen aller Schulformen in der ersten Woche der Herbstferien (05. – 08.10.2009) die Möglichkeit, einen Tag lang in bestimmte Unternehmen vor Ort „hineinzuschnuppern“ und dabei Einblicke in verschiedene Betriebe und Ausbildungsberufe zu erhalten. Jedem wurde hierfür ein Auszubildender als Pate zur Seite gestellt, der ihn an diesem Tag begleitet, von seinen eigenen gemachten Erfahrungen berichtet und für Fragen zur Verfügung steht. Zum Abschluss erhielten 80 Teilnehmer dieser freiwilligen Aktion ein Zertifikat, das sie für ihre weiteren Bewerbungen nutzen können. Auch wenn die teilnehmenden Unternehmen sich eine noch größere Teilnahme gewünscht hätten, werteten die Beteiligten das Gesamtergebnis als Erfolg.