Erzieherausbildung muss bleiben

Amaris Schulte-Richtering, Christoph Schiene, Christian Eilers, Björn Thümler, Günter Lübke — April 2018 im Landtag Niedersachsen
[printfriendly]29.04.2018 — Für den Erhalt einer hochwertigen Erzieherausbildung warb die Schulleitung der BBS am Museumsdorf dieser Tage in Hannover. Schulleiter Günter Lübke und Amaris Schulte-Richtering (Abteilungsleiterin Sozialpädagogik) besuchten den niedersächsischen Landtag zu einem Meinungsaustausch.

Zu dem Gespräch mit Minister Björn Thümler und Ministerialrat Christoph Schiene hatte der Cloppenburger Landtagsabgeordnete Christoph Eilers (CDU) eingeladen. Den Hintergrund bildet ein Positionspapier der Landesregierung, das der Landtag in der letzten Plenarsitzungswoche diskutierte. Im Kern geht es darum, die Erzieherausbildung zu dualisieren. Das bedeutet, dass die Ausbildung schwerpunktmäßig von der Schule in die Einrichtungen frühkindlicher Bildung verlagert wird.

„Wir wollen eine hochwerte Ausbildung erhalten, die auch eine Fachhochschulreife ermöglicht und damit den Zugang zum Studium eröffnet“, erklärt Schulleiter Günter Lübke das Anliegen. In dem Gespräch verdeutlichte er die Folgen, die mit einer Dualisierung der Ausbildung zu befürchten seien: Die einseitige Ausrichtung an Aspekten der Verwertbarkeit gehe zu Lasten einer theoretisch fundierten, qualitativ hochwertigen Ausbildung.

Ein wichtiges Ziel der schulischen Ausbildung bestehe darin, die Erzieher zu befähigen, über den eigenen Tellerrand hinausblicken. Nur so werde es den Erziehern gelingen, innovative pädagogische Konzepte zu einem Bestandteil ihres beruflichen Alltags zu machen. Erst ein solider Theorieunterricht mit angemessenen Zeitanteilen schaffe die dafür notwendige Grundlage.

Dies bestätigen auch die Berufspraktiker in den mit der BBS am Museumsdorf kooperierenden Einrichtungen der frühkindlichen Bildung. Die Absolventen brächten das notwendige Rüstzeug für diesen anspruchsvollen Beruf mit, um die Kinder auf die schulische Laufbahn vorzubereiten. Eine inhaltliche Trivialisierung der Ausbildung sei deshalb der falsche Weg, so Günter Lübke.