Berufs­schu­le Rechts­an­walts- und Notar­fach­an­ge­stell­te

Berufs­schu­le Rechts­an­walts- und Notar­fach­an­ge­stell­te


Das Berufs­bild

Recht­an­walts- und Notar­fach­an­ge­stell­te arbei­ten immer wei­sungs­ge­bun­den und obwohl die letz­te Ver­ant­wor­tung der Rechts­an­walt oder Notar trägt, muss man doch sehr selbst­stän­dig arbei­ten kön­nen. Zu den Auf­ga­ben gehört es zum Bei­spiel, Fris­ten­ka­len­der zu füh­ren und dafür zu sor­gen, dass bei­spiels­wei­se kei­ne Beru­fungs- oder Wider­spruchs­frist ver­säumt wird. Das ist eine sehr ver­ant­wor­tungs­vol­le Auf­ga­be. Schließ­lich wer­den Rechts­an­wäl­te ja gera­de des­halb beauf­tragt, damit alle Fris­ten ein­ge­hal­ten wer­den. Recht­an­walts- und Notar­fach­an­ge­stell­te betreu­en die Man­dan­ten, sie ver­ein­ba­ren Ter­mi­ne, füh­ren Akten und berei­ten die Unter­la­gen für ihre Chefs vor. Die übli­chen Arbeits­be­rei­che sind Tele­fo­nie­ren, Orga­ni­sie­ren und fach­li­che Arbei­ten aus­füh­ren, wie zum Bei­spiel die Ein­lei­tung eines Mahn­ver­fah­rens.

Dau­er

Die Aus­bil­dungs­dau­er beträgt gene­rell drei Jah­re. Es gibt kei­ne Anrech­nungs­ver­ord­nung für die­se Aus­bil­dung, die Aus­bil­dungs­dau­er kann also grund­sätz­lich nicht ver­kürzt wer­den. Im letz­ten Aus­bil­dungs­jahr ist es aber mög­lich, eine vor­zei­ti­ge Prü­fung (um ½ Jahr) zu bean­tra­gen, wenn die schu­li­schen Leis­tun­gen über­durch­schnitt­lich sind und der Aus­bil­dungs­be­trieb zustimmt.

Auf­nah­me­vor­aus­set­zun­gen

Für die Aus­bil­dung wird ein bestimm­ter Schul­ab­schluss nicht zwin­gend vor­aus­ge­setzt. Ein Real­schul­ab­schluss wäre jedoch von Vor­teil und vie­le Kanz­lei­en legen wegen der anspruchs­vol­len Aus­bil­dung hier­auf auch beson­de­ren Wert.

Der berufs­über­grei­fen­de Lern­be­reich

Deutsch/Kommunikation
Englisch/Kommunikation
Poli­tik

Der berufs­be­zo­ge­ne Lern­be­reich Theo­rie

LF1: Ein­stieg in den Beruf
LF2: Stel­lung der Kanz­lei in der Wirt­schaft
LF3: Kom­po­nen­ten der Infor­ma­ti­ons­ver­ar­bei­tung
LF4: Per­so­nal­wirt­schaft unter arbeits- und sozi­al­recht­li­chen Aspek­ten
LF5: Durch­set­zung von For­de­run­gen
LF6: Rech­nungs­we­sen als Kon­troll- und Steue­rungs­in­stru­ment
LF7: Infor­ma­ti­ons­fluss in der Kanz­lei
LF8: Das Fami­li­en­rechts­man­dat
LF9: Das Straf­rechts­man­dat
LF10: Grund­la­gen nota­ri­el­ler Tätig­kei­ten
LF11: Nota­ri­el­le Tätig­kei­ten in der Lie­gen­schaft
LF12: Nota­ri­el­le Tätig­kei­ten im Fami­li­en- und Erbrecht
LF13: Rechts­for­men von Kanz­lei­en und Unter­neh­men
LF14: Die Kanz­lei im Ein­fluss von Geld und Kre­dit

Ein biss­chen mehr

Teil­nah­me am Wett­be­werb der Bun­des­ju­gend für Com­pu­ter, Kurz­schrift und Medi­en in der Dis­zi­plin „Tast­schrei­ben“

Pres­se­mit­tei­lung aus dem Jahr 2013

Tast­schrei­ben mit Spit­zen­er­geb­nis an der BBSaM Im Febru­ar 2013 haben 11 Schü­le­rin­nen und 1 Schü­ler der BSWR3‑1 (Aus­zu­bil­den­de aus dem 3. Aus­bil­dungs­jahr zu Rechts­an­walts- und Notar­fach­an­ge­stell­ten) am 40. Bun­des­ju­gend­schrei­ben der Bun­des­ju­gend für Com­pu­ter, Kurz­schrift und Medi­en teil­ge­nom­men. In der Dis­zi­plin „Tast­schrei­ben“ muss­ten sie 10 Minu­ten lang einen Text schnell und mit mög­lichst weni­gen Feh­lern mit dem 10-Fin­ger-Tast­sys­tem erfas­sen. Alle Teil­neh­mer kamen in die Bewer­tung und erhiel­ten eine Urkun­de über die erbrach­ten Leis­tun­gen. Der ein­zi­ge männ­li­che Teil­neh­mer, Peter Stamm­er­mann aus Mol­ber­gen, Aus­zu­bil­den­der der Kanz­lei Kol­hoff & Kur­mann, war aus der Klas­se der schnells­te Schrei­ber mit sage und schrei­be 405 Anschlä­gen in der Minu­te – das sind ca. 6 Zei­len des zu erfas­sen­den Tex­tes. Damit liegt Peter weit über den bis­her in Clop­pen­burg erbrach­ten Leis­tun­gen. In der Regel errei­chen die bes­ten Teil­neh­mer eine Geschwin­dig­keit in Höhe von ca. 350 Anschlä­gen in der Minu­te. Das war wirk­lich ein Spit­zen­er­geb­nis.

Abschluss der Aus­bil­dung

Beim Abschluss der Aus­bil­dung erhal­ten Sie zwei Zeug­nis­se. Die­se doku­men­tie­ren für Sie die fol­gen­den Abschlüs­se:

► Sekun­darab­schluss I — Haupt­schul­ab­schluss
Erfolg­rei­cher Abschluss der Berufs­schu­le, d. h. alle Lern­be­rei­che min­des­tens Note 4, maxi­mal zwei Ein­zel­no­ten 5 bzw. eine Ein­zel­no­te 6

► Sekun­darab­schluss I – Real­schul­ab­schluss
Erfolg­rei­cher Abschluss der Berufs­schu­le (s. o.) und erfolg­rei­che Abschluss­prü­fung im Aus­bil­dungs­be­ruf

► Erwei­ter­ter Sekun­darab­schluss I
Auf dem Berufs­schul­zeug­nis müs­sen die fol­gen­den Bedin­gun­gen erfüllt sein:
Noten­durch­schnitt 3,0
Deutsch 3
Eng­lisch 3
Berufs­be­zo­ge­ner Lern­be­reich 3

► Der Berufs­schul­ab­schluss in Ver­bin­dung mit der erfolg­reich abge­leg­ten Abschluss­prü­fung berech­tigt zum Besuch der Klas­se 12 der Fach­ober­schu­le Wirt­schaft und Ver­wal­tung — Schwer­punkt Ver­wal­tung und Rechts­pfle­ge